Moderation: Daniel Schreiber
Lesung der deutschen Texte: Laura Janik
„Literatour d´Europe“ heißt die Reihe, in der wir gemeinsam mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn seit 2016 den Blick auf die literarische Aktualität Europas lenken: Zweimal jährlich laden wir Autor*innen aus dem Land der jeweiligen Ratspräsidentschaft ein und kommen mit ihnen ins Gespräch – über Europa und die Fragen, die uns künstlerisch wie politisch, medial wie sozial gemeinsam angehen.
James steht an einer Schwelle, bald ist er erwachsen. Und er träumt von einem anderen Leben weit weg: das Dorf hinter sich lassen, die Eltern enttäuschen, dem allen endlich irgendwas Lebendiges, Echtes entgegensetzen. Denn hier im verschlafenen Thornmere im Norden Englands bleibt immer alles beim Alten, seine Runde als Milchjunge, die Gottesdienste, die ewigen Sorgen um seinen kranken kleinen Bruder, die Ausgrenzung der Mitschüler. Doch dann trifft James im Herbst 2002 auf Luke – ein Jahr älter, unverschämt gutaussehend, von seinen verkrachten Eltern zur Disziplinierung aufs Land verschickt – und im Laufe eines Jahres liefert sich James neuen, unkontrollierbaren Kräften aus, einer Sehnsucht, die ihn für immer verändern, einer Frage, die ihn sein Leben lang verfolgen wird: Würde ich alles riskieren für die Möglichkeit der Liebe?
Ein Roman über das Verlangen der Jugend, über die Zärtlichkeiten, Albträume und Illusionen namens Liebe. Mit den beeindruckenden sprachlichen Mitteln eines großen Dichters bestimmt Seán Hewitt das Gewicht unserer Obsessionen. Öffnet sich der Himmel wird so zu einer Hymne auf die Überwältigung, die es bedeutet, jung zu sein.
Seán Hewitt, geboren 1990, ist preisgekrönter Autor mehrerer Gedichtbände. Er wurde mit dem Laurel Prize ausgezeichnet, stand auf zahlreichen Preislisten, unter anderem dem Sunday Times Young Writer of the Year Award. Für sein Memoir „All Down Darkness Wide“ erhielt er den Rooney Prize for Irish Literature. Er lehrt in Dublin am Trinity College, ist Fellow der Royal Society of Literature. „Öffnet sich der Himmel“ (aus dem Englischen von Stephan Kleiner) ist sein gefeiertes Romandebüt.
Daniel Schreiber, geboren 1977, ist Schriftsteller. Mit seinen Texten hat er eine neue Form des literarischen Essays geprägt. Seine Bücher – „Nüchtern“ (2014), „Zuhause“ (2017), „Allein“ (2021) und „Die Zeit der Verluste“ (2023) – wurden vom Feuilleton begeistert aufgenommen und standen teils monatelang auf der SPIEGEL-Bestseller und Sachbuch-Bestenliste. Er lebt in Berlin.
In Kooperation mit der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn
Gefördert von der Kunststiftung NRW
Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, Bundeskanzlerplatz 2d, Bonn
Der Eintritt ist frei mit Anmeldung

