Frauen liegen auf der Straße. Bewegungslos. Schweigend. Erschöpft und doch voller Kraft – Kraft für einen stillen Aufschrei. Zunächst sind es nur einige Frauen, die sich vor das örtliche Krankenhaus legen. Mit der Zeit legen sich viele mehr an weiteren Plätzen der Stadt dazu. Es sind Frauen, die sich der gesellschaftlichen Erwartung entziehen, dass sie diejenigen seien, die mit unermüdlicher und unter- und unbezahlter Care-Arbeit das System am Laufen halten müssen. Ein Mann, zwei Frauen. Drei Lebenswege und noch viele Wege mehr kreuzen sich in diesem stillen Protest gegen ein prekäres und kapitalistisches System, das auf Ausbeutung und Überlastung basiert.
Was folgt, sind zwei sich gegenüberstehende Phänomene: Zum Einen ist es ein Chaos, das deutlich macht, was passieren würde, wenn Frauen, die für selbstverständlich gehaltenen und ihnen zugesprochenen Aufgaben niederlegten und die Frage nach der Veränderbarkeit von Traditionen und Verhältnissen stellten. Und zum Anderen entsteht ein Zusammenhalt der sich auflehnenden. Menschen, gegenseitiges Verständnis und Fürsorge. All dies steht dem Chaos und den Anfeindungen – still – gegenüber.
Vor der Theaterinszenierung des gleichnamigen Romans steht uns Regisseurin Laura Ollech zu einem Gespräch zur Verfügung und berichtet von der Entstehung der Romanadaption. Wir freuen uns auf einen interessanten gemeinsamen Abschluss für BONN LIEST EIN BUCH 2025!
Laura Roxane Farah Ollech, geboren 1995, studierte Literatur- und Politikwissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Kunstgeschichte und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität in Bonn. Bereits neben dem Studium realisierte sie erste Regiearbeiten in der freien Theater- und Filmszene Bonns (UA Silenced Symphony – gefördert durch BTHVN 2020, eingeladen zum Edinburgh Fringe Festival). Im Frühjahr 2024 debütierte sie mit BILDER DEINER GROßEN LIEBE als Regisseurin am Theater Bonn. Ab Herbst 2025 ist ihre zweite Arbeit UND ALLE SO STILL auf der Werkstattbühne zu sehen.
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Bonn
In Kooperation mit Theater Bonn
Bühneneingang Opernhaus, Am Boeselagerhof 1, Bonn
Treffpunkt ist um 18:20 Uhr am Bühneneingang der Oper, eine Anmeldung für das Gespräch ist nicht erforderlich.
Karten für die anschließende Theatervorstellung können über den regulären VVK des Theaters erworben werden. Das Sonderkontingent für Mitglieder des LHB ist leider bereits ausgeschöpft.

